
|
Adresse: www.geheimpolitik.de |
Sehr geehrte Leser,
wenn ich für gutes Geld ein Buch kaufe um mich belehren zu lassen, dann
erwarte ich grundsätzlich, daß der Autor mit Ernsthaftigkeit und
Wahrheitsliebe zu Werke gehen. Nach der Lektüre von ein paar hundert Büchern
weiß ich inzwischen, daß die vorgenannte Erwartung nur selten erfüllt
wird. Als Hermetiker muß man sich das Verurteilen abgewöhnen, aber
beurteilen darf ich noch, was ich auch bezüglich des folgenden Werkes
tun möchte, weil es mein Interessengebiet berührt. Es sollen nur
wenige Punkte berührt werden, denn grundsätzlich ist schon vieles im
Kapitel „Freimaurerei und Weltanschauung" im zweiten Band meiner
„Geheimpolitik" dargestellt. Außerdem verweise ich auf meine
Besprechung des Buches „Die Freimaurer und ihr Menschenbild" (Über
die Philosophie der Freimaurer) von Di Bernardo.
Wuppertal, 26. Mai 2002
Dieter Rüggeberg
*
Alfred Lehner
Die Esoterik der Freimaurer
(Hohenloher Druck- und Verlagshaus, Gerabronn 1990)
*
Auf den Seiten 17-18 bespricht der Autor das Pentagramm. Da wird über
alles mögliche geschrieben, nur nicht über die wahre esoterische
Bedeutung, die ihm doch eigentlich bekannt sein müßte. Deshalb will
ich das hier kurz wiederholen. Das Pentagramm ist:
1. ein Symbol der Marssphäre, denn diese ist der Zahl Fünf analog,
2. ein Symbol des Menschen und entspricht den Fünf Elementen Feuer,
Luft, Wasser, Erde und Akasha (Äther).
*
Im „Bauplan des Lebens" zitiert er auf Seite 31,
„Der Weg hinein in die geistige Welt
ist mir durch diesen Stab verstellt.
Durch Arbeit nur am rauen Stein
kann einst er mir geöffnet sein."
Kommentar:
Dies ist der einzige Satz, den ich in dem ganzen
Buch darüber gefunden habe, daß einmal von einem Weg in die geistige
Welt gesprochen wird. Bezeichnenderweise gibt der Autor über diesen Weg
keinerlei Aufklärung, der in Wirklichkeit das „Geheimnis" der
Freimaurerei gewesen ist. Inzwischen sind die Methoden des „Weges in
die geistige Welt" in diversen Büchern veröffentlicht,
insbesondere in denen von Franz Bardon.
*
Mit den diversen philosophischen Fehlern in diesem Buch möchte ich
den Leser nicht langweilen, sondern hier nur ein besonders typisches
Beispiel zitieren. Er schreibt auf Seite 43: „Symbole fordern keine
bestimmte Weltanschauung. Sie vermitteln der Seele Wahrheiten, die nicht
an Weltanschauungen gebunden sind."
Kommentar:
Symbole fallen nicht vom Himmel, sondern sind von
Menschen geschaffen. Esoterische Symbole sind ohne eine bestimmte
Weltanschauung überhaupt nicht denkbar. Jedes esoterische Symbol umfaßt
eine oder mehrere ganz bestimmte Bedeutungen, die vom Erfinder oder
Hersteller eines Symbols diesem mitgegeben wird. Sofern ein Symbol
universale Wahrheiten ausdrückt, ist es immer an eine bestimmte
Weltanschauung gebunden. Nur individuelle Symbole sind beliebig
interpretierbar.
*
S. 45: „Welch ein Segen wäre es für die Menschheit, wenn die
verantwortlichen Staatsmänner und ihre Berater Polaritätsdenker wären.
Aus Abschreckungspolitik würde ein friedlicher Wettstreit der Systeme
..... Dies muß ein Wunschtraum bleiben, solange der polare Umgang mit
Winkelmaß und Zirkel nicht von der Mehrheit aller Menschen beherrscht
und gewollt wird."
Kommentar:
Entschuldigung, aber wer redet denn in einer Tour über
Abschreckungspolitik? Das sind doch insbesondere die Freimaurer-Staatsmänner
in den englischen und amerikanischen Parlamenten. Diese sind es nämlich
hauptsächlich, die einem friedlichen Wettstreit der Systeme im Wege
stehen. Dabei verkenne ich natürlich nicht, daß innerhalb der
Freimaurerei die Agenten der großen Religionsgemeinschaften ihre eigene
Politik durchzusetzen versuchen.
*
S. 48: „Aber auch der Anhänger eines Mystizismus, Okkultismus oder
Spiritismus wird erkennen, daß die Freimaurerei kein Betätigungsfeld für
diese seine Interessengebiete bereithält."
Kommentar:
Natürlich nicht, weil die Freimaurerei im Laufe der
Zeit zum völligen Materialismus erstarrt ist. In Wirklichkeit bezieht
sich das sogenannte „Geheimnis" der Freimaurerei auf die Methoden
des Okkultismus, die man natürlich vor den unwissenden Brüdern gerne
geheim hält. Darüber habe ich im zweiten Band meiner
„Geheimpolitik" im Kapitel „Freimaurerei und
Weltanschauung" bereits ausführlich geschrieben.
*
Auf Seite 58 zitiert er aus Goethes „Faust" auf
freimaurerisch:
Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,
Bilde mit nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt:
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab ich mich der Magie ergeben, ...
Dorthin also führt die Trostlosigkeit der verlorenen Ehrfurcht:
zur Magie, zur Droge, zur Flucht in den ‚Trip', aus der man nur mit
immer größerer Verzweiflung erwacht, einer Verzweiflung, die eben
jenen Faust dann zum tödlichen Gift greifen läßt, vor dem er nur
durch den Bund mit dem Teufel selbst bewahrt wird."
Kommentar:
So kann man die Leser auch betrügen, weil natürlich
bei der gegenwärtigen Bildung kaum noch ein Bürger mit dem ganzen Text
des Faust vertraut ist. Ein beliebter Trick mancher Schriftsteller
besteht darin, von der ganzen Wahrheit eine Hälfte zu verschweigen, um
dann den Leser mit der halben Wahrheit in die Sackgasse des Irrtums zu
locken.
Zunächst sollte man feststellen, daß der Faust ein mit großem Wissen
ausgestatteter Mann war, denn es heißt im Eingang:
„Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie!
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor; "
Vorsichtshalber hat der Herr Freimaurer diejenigen Zeilen
fortgelassen, welche darauf hinweisen, warum sich der Faust mit Magie
befassen will. Diese Zeilen lauten nämlich:
„Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;"
Also, die fruchtlosen materialistischen Studien haben den Faust zur
Verzweiflung gebracht, weil er auf diesem Wege die Geheimnisse des
Lebens nicht ergründen konnte. Mit Hilfe der Magie hoffte er den
geistigen Geheimnissen der Welt näher zu kommen. Nicht die „verlorene
Ehrfurcht", sondern der Materialismus hat also den Faust zur Magie
getrieben, denn Magie ist in erster Linie Geisteswissenschaft und nicht
Materialismus!
*
S. 60: „Wahrheit ist mit der Ratio allein nicht erfahrbar, sie ist
etwas Meta-Physisches."
S. 63: „Die Wahrheit ist unsichtbar wie das Licht."
Kommentar:
Dieses Urteil ist falsch, denn es gibt viele Arten von
Wahrheit. Erkenntnis, und somit auch Wahrheit, wird durch den Einsatz
von Denken und Wahrnehmen gewonnen. Dabei ist das Denken das
metaphysische, denn es ist unsichtbar, worüber ich in meinen Büchern
schon referiert habe. Das Urteil von Seite 63 gilt nur für Blinde!
*
S. 65: „Der Ablauf freimaurerischer Tempelarbeiten ist im Laufe der
Jahrhundert oftmals verraten worden. Es gibt durchaus richtige - nicht
wahre! - Darstellungen in Gegnerschriften : Die Rituale sind in öffentlichen
Bibliotheken zu finden. Das eigentliche Geheimnis der Freimaurer aber
ist nie verraten worden. Es ist nicht aussprechbar."
Kommentar:
Augenwischerei oder Unwissenheit! Wie bereits gesagt
besteht das Geheimnis der Freimaurerei in den okkulten oder magischen
Methoden zur Entwicklung des Menschen. Die Rituale sind nur äußeres
Beiwerk und haben untergeordnete Bedeutung.
*
S. 85: „Das Geheimnis der Wirkung des Rituals ist der Grund,
weshalb die Freimaurerei kein Dogma, keine Gebote braucht."
Kommentar:
Dieses Urteil ist falsch. Im Kapitel „Freimaurerei
und Weltanschauung" in „Geheimpolitik-2" habe ich gezeigt,
daß die Freimaurerei voller Dogmen steckt.
*
S. 104: „Ein solches Verhalten ist nur in einer Atmosphäre des
Vertrauens möglich. Deshalb ist die Loge auch eine Übungsstätte des
Schweigens."
Kommentar:
Was hat es mit Vertrauen zu tun, wenn man das
Schweigen der Brüder mit Eiden erkaufen muß? Wenn man jemand Eide schwören
läßt, um ihn zum Schweigen zu verpflichten, dann ist das kein Zeichen
von Vertrauen, sondern ein Zeichen von höchstem Mißtrauen. Kein
Wunder, daß die Brüder selbst dann schweigen, wenn die Verbrechen
solcher Freimaurer wie Lenin, Roosevelt und Truman zum Himmel schreien.
*
S. 120: „Bei denjenigen Großlogen, die von der Vereinigten Großloge
von England als regulär anerkannt sind, hat der Interessent die
Garantie, daß es sich um Männerlogen handelt, die keine
Parteipolitischen oder konfessionelle Ziele verfolgen, sondern sich
ausschließlich der Selbstvervollkommnung ihrer Mitglieder und der
weltweiten Humanität verschrieben haben."
Kommentar:
Leserbetrug, denn jeder mit dieser Materie einigermaßen
vertraute weiß, daß in den Freimaurerlogen viele Parlamentsmitglieder
und Kirchenführer als Mitglieder sitzen. Diese Machtmenschen sollen auf
einmal in den Logen sich mit Humanität befassen? Da zeugen die Zustände
in der Welt von anderen Tatsachen.
*
S. 133: „Obwohl die Charta der Vereinten Nationen die Pflicht, Wert
und Würde der menschlichen Persönlichkeit zu achten, an ihren Anfang
stellt, berichtete eine Kommission von Amnesty International, daß zwei
Drittel der UN-Mitglieder Menschenrechte verletzten."
Kommentar:
Frage: Wie viele der vorgenannten zwei Drittel Staaten
werden von Freimaurern an verantwortlichen Stellen geführt? Die Antwort
würde wahrscheinlich selbst viele nichtsahnende Freimaurer überraschen.
*
S. 153: „Vom einzelnen Freimaurer muß erwartet werden, daß er
nicht schweigt, wo er Unrecht erkennt, auch wenn dies im Einzelfalle
unbequem ist."
Kommentar:
Als ob ein durch Eide gebundener Freimaurer es wagt,
freimaurerisches Unrecht zu verurteilen. Vielmehr wünsche ich mir, daß
der ganze Logenverband zu den Verbrechen solcher Freimaurer wie Lenin,
Roosevelt und Truman Stellung bezieht. Das wäre eine mutige Tat!
Zum Abschluss muß ich noch darauf hinweisen, daß der Autor das gesamte Gebiet der Hochgradfreimaurerei bei seinen Betrachtungen ausgeklammert hat, so als wäre es überhaupt nicht vorhanden. Tatsache ist jedoch, daß die Hochgradfreimaurerei die Johannisfreimaurerei an Gewicht bei weitem überragt. Man braucht nur ein Werk wie „Hochgrade der Freimaurerei" der Freimaurerbrüder Lachmann/Schiffmann zu Rate zu ziehen, um zu erkennen, daß die Esoterik in der Hochgradmaurerei viel weiter ausgebaut wurde als in der Johannismaurerei. Zu dieser Problematik ist ja einiges in meiner „Geheimpolitik-2" zu finden.