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Dr. Theodor Morell — Hitlers Leibarzt


D a fast alle Beschuldigungen gegen das deutsche Volk durch die Alliierten direkt oder indirekt an die Person Hitlers geknüpft sind, wunderte mich die Großzügigkeit, mit der so manche intime Kontakte von Hitler durch die offizielle Geschichtsschreibung und die Gegenwartspresse behandelt wurden. Insbesondere halte ich eine Prüfung jener Personen für unbedingt notwendig, die Macht über Hitler ausgeübt haben. Die größte Macht hatte ohne Zweifel der Leibarzt von Hitler, Dr. Theodor Morell, denn keinem war wie ihm die Möglichkeit gegeben, Hitler im Handumdrehen ins Jenseits zu befördern, wenn er dies für notwendig gehalten hätte. Eine nähere Betrachtung dieser Persönlichkeit beweist, daß er eine Schlüsselrolle an der Spitze des deutschen Reiches spielte.

          Bei Durchsicht der Bücher, in denen Informationen über Dr. Morell zu finden sind, gibt es diverse Auslassungen und auch Widersprüche bezüglich der wichtigen Grundlagen, die zur Beurteilung einer solchen Gestalt notwendig sind. Einiges ist mir aber doch zugänglich geworden:

          Dr. Theo Morell (Prof. Dr. Theodor Gilbert Morell [11/S.504]). Geb.am : 22.07.1886 (1/S.11) oder (22.06.1886) (17/S.360), in Traisa / Hessen / Westdeutschland, dem hessischen Trais Münzenberg.

Beruf: Facharzt für Haut & Geschlechtskrankheiten (Selbsternannt aber geduldet). Verh. : Johanna Silvester Morell geb.:

Kinder : keine

Konf. : Jüdisch (4/S.164), nach anderen Quellen: konfessionslos

Partei : 1933 Eintritt in die NSDAP (2/S.373, 3/S.185, 4/S.165)

Werdegang: Ursprünglich stammt die Familie jüdischer Konfession aus Frankreich, der Vater Morells war Volksschullehrer, Theo Morell hatte zuerst den gleichen Berufswunsch. Nach der Präparandenanstalt macht er, auf dem zweiten Bildungsweg, 1906 höhere Reifeprüfung, um Medizin zu studieren, Studium in Gießen, Heidelberg, Paris, seine Medizinalpraktikantenzeit hatte er in Bad Kreuznach zugebracht. 1912 legt er das Staatsexamen ab, Assistenzarzt in München und Heidelberg. 1913 Promotion am 23.05.in München Doktorwürde (Kinderheilkunde) anschließend fuhr Morell ca. 9 Mon. zu See als Schiffsarzt bei der Hamburg Südamerika Linie Fa. Woermann und Hapag (Norddeutschen)Loyd,. 1914 Morell läßt sich als prakt. Arzt in Dietzenbach bei Frankfurt nieder (1/S.11, 2/S.372, 3/S.185, 17/S.360) .

          1915 Morell wird als Landsturmpflichtiger eingezogen, und arbeitet 6 Mon. als Lagerarzt im Kriegsgefangenenlager Ohrdurf, danach praktizierte er in Dietzenbach weiter, (1/S.11)

          1918 Morell läßt sich in Berlin / Kurfürstendamm Nr. 216 als (2/S.372) Facharzt für Haut und Geschlechtskrankeiten und (1/S. 11) (Elektrotherapie) nieder, (8/S.104, 14/S.119, 16/S.94) (auffallend die vielen Juden, die einen großen Teil seiner Patienten ausmachen), (3/S.185)

          1919 Morell wird als Mitglied im Thule Orden geführt, (1/S.14, 4/S.247)

          1920 Morell hat sich einen Namen als Prominentenarzt erpfuscht, aufgrund der Behandlung der Mitglieder der Inter Alliierten Commission in Berlin, (2/S.372)

          1935 Morell behandelt den Photograf Heinrich Hoffmann, der zu dieser Zeit schon als Freund Morells galt, (14/S.118)

          1936 auf dem Obersalzberg wird Morell im Beisein seiner Ehefrau Johanna Silvester von Adolf Hitler zum Leibarzt ernannt, auf Rat seines Freundes Parteiphotograph H. Hoffmann u. Martin Bormann. (3/S.183+185, 4/S.165, 1/S. 13, 6/S.400, 8/S.103, 9/S.354, 13/S.706, 16/S. 94)

          1936 Morell engagiert für seine Berliner Praxis einen Doktor Namens Wolfgang Wohlgemuth , Dr. Richard Weber leitet die Praxis, (3/S.185, 3/S.205)

          1938 Morell behandelt den Tschechischen Präsidenten Hacha, in Hitlers Arbeitszimmer,15.März 38 (Nach einer Injektion durch Morell kam der Vertrag zwischen Hitler und Emil Hacha zustande. (4/S.166, 6/S.260, 9/S.231, 13/S.467)

          1938 Morell erhält als Weihnachtsgeschenk von Adolf Hitler den Professorentitel, danach zeichnet Hitler den frischgebackenen Prof. Morell mit dem Goldenen Parteiabzeichen aus, (1/S. 14+26, 3/S177)

          1938 Morell erhält von Adolf Hitler ein ansehnliches Darlehen und zusätzliches Geldgeschenk zum Kauf eines Besitzes auf der Insel Schwanenwerder bei Berlin (11/S.163)

          1939 Morell beteiligt sich an der Johann Schmidt Kommanditgesellschaft in Nürnberg (3/S.188).

          19.09.1939 Hitler besucht mit Morell Danzig in Polen, (11/S.164)

29.09.1939 Morell bekommt einen Brief seiner Geliebten, die sich für den Postkartengruß aus Danzig bedankt, der Name dieser Frau wird der deutschen Öffentlichkeit noch vorenthalten, (11/S.164)

          1942, 5.4 Adolf Hitler beauftragt Prof. Theo Morell dafür zu sorgen das die Franzosen das deutsche patentierte Mittel Germanin, Bayer 205 nicht weiter als Morallin oder ähnl. vertreiben. (Mittel gegen Schlafkrankheit (10/S.237)

          1943 Morell ist im Führerhauptquartier, Rastenburg/Ukraine (9/S.92-3). Zwischen Hitler und Morell gibt es einige Unterredungen ausserhalb der normalen Lagebesprechungen und zwar am: 25.10.1943, 25.12.1943 (9/S.140)

     1944 im Februar, Morell erhält von Adolf Hitler das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz (8/S.109)

          1944-7.5 Morell hält sich in Berchtesgaden auf, das bestätigt ein dokumentierter Telefonanruf Goebbels (12.S.298)

          1944 Juli Dr.Giesing untersucht Adolf Hitler nach dem Attentat, er stellt fest, daß Morell Adolf Hitler gegen Magenschmerzen seit mindestens zwei Jahren eine Medizin gegeben hatte, die aus Stychnin und Belladonna zusammengesetzt und unter dem Namen ‘Dr. Koesters Antigas Tabletten’ bekannt waren.

          Giesing glaubte, daß Hitler mit dieser Medizin langsam vergiftet werde und daß sowohl die Zunahme seiner Schmerzen wie auch die fortschreitende Verfärbung seiner Haut auf sie zurückzuführen sei. (13/S.707)

          1944 zwischen Hitler und Morell gibt es einige Unterredungen außerhalb der normalen Lagebesprechungen und zwar am: 26.10.1944, 25.12.1944 (9/S.140)

          1944 Morell beseitigt die gesamte Kartei seiner promminenten Patienten, diese Kartei ist bis heute nicht wieder aufgetaucht ( einschl. der Kartei A.Hitlers ) (11/S.169)

          1945: 28.2.1945, Unterredung Morell Adolf Hitler 9/S.140

          6.3.1945: Morell schafft Unterlagen aus dem Führerhauptquartier nach Franken (die Adresse wird nicht genannt) (11/S.169)

          15.3.1945: Morell schafft Unterlagen, 54 Kisten aus seinem Haus in Schwanenwerder, mit einem Lastwagen der Kurierstaffel in sein privates Forschungslabor nach Bayrisch Gmain, (11/S.169)

          März 1945: einige Kisten mit Akten ließ Morell in seine Heimat zu Verwandten nach Münzenberg schicken, der Verbleib dieser Unterlagen ist ungeklärt, (11/S.170)

          21. April 1945: Morell verläßt Hitler, ... (2/S.396, 11/S.170)

          Frühjahr 1945: Hitler schickt Morell nach Berchtesgaden. (1/S. 21)

          22-23.4.1945: Morells Abflug mit einigen Aufzeichnungen nach Bayrisch Gmain 1945 Morell bricht seine ärztliche Schweigepflicht und erzählt er habe Hoffmann an Gonorrhöe behandelt, ... (2/S.372)

      21. Mai 1945: Morell begibt sich in ein kleines Krankenhaus nahe der Grenze zu Österreich, ... (3/S.175)

          17. Juli 1945: Morell wird von der III.US-Armee gefangengenommen, über das Lager Regensburg nach Ludwigsburg und von da ins Vernehmungslager nach Oberursel verlegt, (3/S.175) (1/S. 23)

          Anmerkung 3: Zur Behandlung von Adolf Hitler,

Morell spritzte seinem Führer fast 3000 Injektionen, laut der Aussage Röhrs wurde Adolf Hitler süchtig und von Morell abhängig (16/S. 94).

          Morell schrieb alles was mit der Behandlung von Adolf Hitler zu tun hatte in ein schwarzes Buch, er klebte sogar die einzelnen Injektionsnadeln mit in dieses Buch (11/S.168).

          Eine unbestreitbare Tatsache war die Abhängigkeit Adolf Hitlers, bei jeder Mahlzeit nahm Adolf Hitler eine beträchtliche Menge der von Morell präparierten Tabletten, außerdem ließ er sich häufig, während der beiden letzten Jahre seines Lebens (Kriegsjahre) so gut wie jeden Tag Injektionen machen (13/S.707).

          „Die Mitärzte im FHQ hatten je länger, desto mehr den Eindruck, daß Morell den Führer pfuschermäßig behandle (1/S. 15).”

          „16.04.1945 Goebbels, ich habe schon manchmal gedacht, ob die Behandlungsweise Morells, die praktisch jede Erkrankung des Führers spätestens bei den ersten Symtomen durch seine Wunderspritzen verhindert, nicht eine Art Raubbau an der Gesundheit und dem Leben des Führers gewesen ist, deren katastrophale Folgen sich jetzt bemerkbar machen (12/S.639).”

          „Mitte April 1945, Morell vergiftet dich, warnte Eva Braun ihren Adolf Hitler, nimm seine Medikamente nicht mehr (16/S. 94).”

          Wie Trevor Roper berichtet, gab Morell zu, „Hitler 28 verschiedene Arzneimischungen verabreicht zu haben, darunter sein eigenes gesetzlich geschütztes Sulfonamid Präparat, das von der Pharmakologischen Fakultät der Leipziger Universität als für die Nerven schädlich abgelehnt worden war, verschiedene Wundarzneien, Narkotika, Stimulantien und Aphrodisiaka (13/S.707).”

          Trevor Roper: „Während der letzten beiden Jahre des Dritten Reiches war es nicht nur Hitler, sondern auch seine gesamte Umgebung, die sich von Dr. Morell entgegenkommender Weise mit verabreichten Drogen aufrechterhielt.” (13/S.707)

          Der stellvertreter NS Reichsgesundheitsführer und SS Divisionsarzt Hans Dietrich Röhrs sagt 1969: „Durch die Therapie des Leibarztes Theodor Morell sei Hitler quasi langsam vergiftet worden (16/S. 94).”


          Mit zu den wichtigsten zu untersuchenden Aktivitäten sind die Geschäftsverbindungen eines solchen Menschen, weshalb ich diese hier zusammenfasse:

          1938 Morell kauft 50% der HAMMA Drogen und Chemikalienvertriebsgesellschaft in Hamburg von dem jüdischen Besitzer, beteiligt war beim Vertragsabschluß der Direktor der pharmazeutischen Nordmark Werke Julius Wolf, unter anderem sind einige Werke in Olmütz, und Kosolup bei Pilsen (3/S.188) (7/S.4)

          1940 Morell gründet mit seinem Kompagnon Walter Haupt die Pharma- Firma HAMO ( Haupt/Morell )im Sommer desselben Jahres bemüht er sich um die Chinoin Aktiengesellschaft, Morell ist Vizepräsident der Chinoin AG. (1/S. 20) (3/S.188) ein Tochterunternehmen der jüdischen Fa. Katz & Co., das zweitgrößte Pharma Unternehmen Ungarns, (1/S. 20) ein paar Tage später erwarb er 25% der Kommanditgesellschaft Chemisches Laboratorium Ankermann & Co Berlin,

          Morell beteiligt sich an der jüdischen Firma Katz und Co. in Budapest, und macht blendende Geschäfte mit dem Leiter der deutschen Arbeiterfront Dr. Ley vorm. Levy (4/S.165)

          Morell hatte außerdem Besitztümer, in Bayrisch-Gmain (3/S.175) (war sein privates Forschungslabor) (11/S.169) Heringsdorf, Schwanenwerder und am Kurfürstendamm, (3/S.178)

          „Sein riesiges Vermögen wurde wie das aller Nationalsozialisten beschlagnahmt und befand sich in der Treuhänderschaft des dazu bestimmten Verwalters Czapski. Auf Antrag des Rechtsvertreters der Witwe Morell wurde der verstorbene Professor als Unbelasteter eingestuft und entnazifiziert, so daß das Vermögen der Witwe freigegeben werden konnte (1/S.24).”


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Eine interessante Studie zum Leibarzt von Hitler hat H. Fikentscher unter dem Titel: ‘Prof. Dr. med. Theodor Morell 1936-45' veröffentlicht:

          „Professor Dr. med. Morell war kein bekannter Mann, obwohl er neun Jahre lang an der Spitze des Dritten Reiches und im Schnittpunkt großpolitischen Geschehens gestanden hatte. ... Keiner der zahlreichen Geschichtsforscher der Nachkriegszeit im In- und Auslande hat sich mit Professor Morell näher befaßt.”

          Dies ist typisch dafür, daß die normalen Historiker sich noch nicht einmal mit den primitivsten Fragen befassen, die zur Beurteilung schwieriger historischer Tatsachen unbedingt notwendig sind.

          „Den inländischen Historikern waren die Akten der NS-Zeit über zwei Jahrzehnte nicht zugänglich. Bei Kriegsende sind mehrere hundert Tonnen Akten nach den USA gebracht worden. ...

          Siebzehn Jahre führte Morell seine Praxis im Kurfürstendammviertel teils selber, teils durch Vertreter, bis er 1936 von Hitler, dem Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, zum Leibarzt erkoren wurde. Den Rat zu dieser merkwürdigen Wahl gab der Parteiphotograph H. Hoffmann, hinter dem jedoch als Anreger anscheinend ein mit Morell und Hoffmann befreundeter schweizer Kunsthändler und -sachverständiger gestanden zu haben scheint.”

          Nur eine vollständige Durchleuchtung des Parteiphotographen H. Hoffmann und des nicht namentlich genannten schweizer Kunstsachverständigen würde hier zu jenen Hintermännern führen, die Dr. Morell in eine Machtposition über Hitler brachten. Hinweise werden gerne entgegengenommen!

          Es ist allgemein bekannt, daß Hitler eine geradezu psychopathische Angst vor Verschwörern und Attentätern hatte. Trotzdem geschah folgendes: „Die Wahl und Ernennung des Dermatologen zum Facharzt für innere Krankheiten und Gesundheitsführer des Staatsoberhauptes erfolgte ohne Befragung der Reichsärzteschaft, des Reichsärzteführers oder irgendeines der bedeutenden und berühmten Vertreter der deutschen Ärzteschaft, sogar ohne sicherheitsdienstliche Überprüfung (Fettdruck durch D.R.) (6/S.9,10,13,14).”

          Allein aus dieser Tatsache kann der Schluß gezogen werden, daß Dr. Morell durch Kreise an diesen Posten kam, welche Hitler voll im Griff hatten. Wie bekannt ist, war Dr. Morell Mitglied der Thule-Gesellschaft und des Thule-Ordens, wohin eine wichtige Spur zu führen scheint, wie aus Zitaten von Gerhard Müller hervorgeht:

          „Über die Tätigkeit des Leibarztes von Hitler, Dr. Morell, des 'Adlatus von General Haushofer (Als 'Adlatus' = Helfer war nach dem o. g. Bericht Dr Morell rangmäßig in der Thule-Gesellschaft höher stehend als Hitler) schreibt Alan Bullock in dem Buch 'Hitler': ...(G. Müller: Angeklagt, das deutsche Volk. (22/S. 155).”

          Dieses Urteil wird gestützt durch die eigenartige Behandlungspraxis, die Dr. Morell bei Hitler anwandte, und das Verhalten Hitlers gegenüber dieser Praxis: „Was für Medikamente Morell seinem Schützling einverleibte, erfuhr keiner der Kollegen, denn Morell pflegte alle Ampullen sofort zu vernichten. ...

          Morell pflegte seine Kranken im unklaren darüber zu lassen, was sie bekamen. Bei Hitler war es nicht einfach, diesen Grundsatz durchzuhalten, denn der pflegte seine medizinischen Kenntnisse aus einem 'Doktorbuch' zu beziehen und versuchte immer wieder, Morell auszufragen, unsicher zu machen oder aufs Glatteis zu führen. Das Katz-und Maus-Spiel führte gelegentlich zu Auseinandersetzungen, sei es, daß Hitler sich störrisch weigerte, das zu tun, was Morell vorschlug, oder lauernd sagte: 'Morell, wenn mir etwas zustößt, dann ist Ihr Kopf auch nichts mehr wert!' - um sich an der Angst des dicken Doktors zu weiden. Mochte sich Morell auch vor Angst winden, so hielt er doch die Trümpfe in der Hand: Hitler erfuhr nicht, was er eingeflößt bekam.”

          Welche Trümpfe hatte Dr. Morell in der Hand? Wer hatte hier Angst vor wem? Einer der brutalsten und grausamsten Diktatoren dieses Jahrhunderts ist unfähig, seinen Leibarzt dazu zu zwingen, ihm die Zusammensetzung der Medikamente zu nennen, die er verabreicht bekommt?

          Normalerweise ist der Posten des Leibarztes ein Privileg, und es steht dem Dienstherrn frei, diesen umgehend hinauszuwerfen, falls er dazu irgendeinen Anlaß findet. An einem Ersatzleibarzt wäre ganz bestimmt kein Mangel gewesen. Diese Geschichte ist nur dann nicht lächerlich und unglaubwürdig, wenn Dr. Morell tatsächlich Trümpfe in seiner Hand hatte, die ihm Macht über Hitler gaben! Jede andere Erklärung versagt hier.

          „Durch Morells Angaben vor den Vernehmern im Lager Oberursel sind wir über neunundzwanzig teils bedeutungslose, teils zweifelhafte, teils bedenkliche Mittel unterrichtet, die Morell Hitler beigebracht hatte. Die Liste ist vielleicht unvollständig. Der die Akten sichtende Beamte vermerkte: 'Morphia and Hypnotics are not included in this list'.”

          Auf wen konnte sich Morell noch stützen? „Ein Versuch, Morell gegen Hitlers Willen zu beseitigen, konnte Himmler den eigenen Kopf kosten. Und außerdem war Morell durch Martin Bormann gedeckt.”

          Was weiß die Welt von Martin Bormann, dem Stellvertreter des Führers, der am Ende des Krieges spurlos verschwunden war? Jedenfalls zu wenig, um ihn abschließend beurteilen zu können! Es wird vermutet, daß er ein kommunistischer Agent war und nach Rußland verschwand. Darum schreibt Fikentscher: „Von diesem Marschziel aus betrachtet, bekam Bormanns letzte Ansprache an die Besatzung des Führerbunkers erst Sinn, den die Hörer damals nicht verstehen konnten:'Alle, die bis zuletzt bei Hitler ausharren, werden in Kürze mit Rittergütern belohnt.' Selbst wenn die Rittergüter nur Datschas waren, hätten die meisten in der allgemeinen Betrunkenheit und dem Trieb zu überleben, solche Kehrtwendung ohne weiteres mitgemacht, die Minister Ribbentrop schon Mitte Februar 1945 innerlich vollzogen hatte, wie er Graf Bernadotte gegenüber bekannte: Mit den Russen gegen den Westen zu gehen. Martin Bormann konnte bleiben, was er war: Der heimliche Kanzler eines sowjetischen Deutschland. ...”

          In der amerikanischen Gefangenschaft „rühmte er sich, Hitler mit seiner Medikation gesteuert zu haben, so daß diese und jene Schlacht durch seine, Morells, Einwirkung für die Alliierten siegreich ausgegangen sei. ... Er verschwand nach den USA, nicht ohne seine einstigen Dutzfreunde darauf aufmerksam gemacht zu haben, daß er für den amerikanischen Geheimdienst gearbeitet habe.” Und das sollte Hitler und sein berüchtigter Geheimdienst nicht gewußt haben?

          „Auf Antrag des Rechtsvertreters der Witwe Morell wurde de verstorbene Professor als Unbelasteter eingestuft und entnazifiziert, so daß das Vermögen der Witwe freigegeben werden konnte. ... Die ärztlichen Kollegen aus dem Führerhauptquartier und der Führung des Dritten Reiches kamen nicht so glimpflich davon. Soweit sie sich nicht schon bei Kriegsende in Gefangenschaft befanden, wurden sie wie Verbrecher gejagt. Endlose Gefangenschaft, Verhöre und Enteignung waren das mindeste, was ihrer wartete. Einige wurden gehenkt, darunter der beratende Chirurg im FHQ, Prof. Dr. Karl Brandt, ein Ehrenmann, der sich nie im Leben etwas Strafbares hatte zuschulden kommen lassen.”

          Allein die Tatsache, daß Morell entnazifiziert und sein Vermögen freigegeben wurde, deutet darauf hin, daß er mit den Alliierten unter einer Decke steckte. Die Frage, wem die Firmen gehörten, in denen er Vermögensbeteiligungen hatte, würde wahrscheinlich noch einige Überraschungen zutage fördern.

          Morell handelte auch mit einem angeblich von ihm erfundenen Läusepulver, das er aufgrund seiner Stellung der Wehrmacht verkaufte. „Ein Oberfeldarzt des Ostheeres schrieb: 'Das Rußla-Läusepulver war ein Schwindel und wohl ein übles Geschäft, das unzähligen unserer Kameraden die Gesundheit, ja das Leben kostete'. ...

          Der Massenmord durch das Morell-Läusepulver und die Unterdrückung des wirksamen 'Lauseto'-Gesarol brachten Morell lt. Film 1/484030 8.435.638,50 RM ein. Davon Reinverdienst 1.785.000,-- RM und Lizenzgebühren. Zur Beförderung des Morell-Läusepulvers wurden von Mai bis 15. August 1942 schon 104 Waggon benötigt, die für je drei Wochen von der Beförderung anderer notwendiger Frontgüter wie Munition usw. ausfielen.”

          „Anders als Morell war Bormann jedoch unerschrocken und eiskalt im Verfolgen seiner Ziele auch in gefährlichen Lagen, unsäglich fleißig und dienstbeflissen, womit er sich zum unentbehrlichen zweiten Ich Adolf Hitlers gemacht hatte. Bormann liebte den dicken Doktor nicht und verachtete ihn, soweit sich das aus seinen Briefen ersehen läßt, aber er hielt seine schützende Hand über Morell, von dessen zerstörerischer Wirkung auf Hitlers Persönlichkeit seine eigene Machtstellung abhing. ... Von 1941 bis 1945 führte Martin Bormann so gut wie die ganze Innenregierung. Alle Weisungen und Erlasse gingen über ihn und kamen aus seiner Feder und Wortfassung. ...

          Der Journalist Ruland (Landesverrats-Mitwisser) überschüttete den deutschen Abwehrchef General Gehlen mit Spott und Hohn, ums so mehr, weil der in seinem Erinnerungswerk >Der Dienst< Martin Bormann als einen der Hauptverräter kennzeichnete. Es ist begreiflich, daß weder die Sowjetunion noch Herr Ruland die wahre Bedeutung Bormanns preisgeben, vielmehr versuchen, die Blicke von diesem abzulenken. Dr. med Morell scheint nur ein Handlanger gewesen zu sein. Ohne Mitwirkung Martin Bormanns hätte sich Morell schwerlich neun Jahre an der Seite Hitlers halten können. ...

          Untersucht man alle die widersinnigen, verderblichen und verbrecherischen Maßnahmen, Weisungen und Befehle, die während Bormanns Tätigkeit in Hitlers Umgebung im Namen des Führers herausgegangen sind, so springt der Widerspruch zum großgermanischen Aufbruch in die Augen und scheint >den Löwen an seinen Klauenspuren< zu verraten. ...

          Ehe die USA die noch eingelagerten Teile der Morell-Papers freigeben, sind wir nicht in der Lage, den ganzen Umfang der Wirksamkeit des Dr. Theo Morell, geschweige die des deutschen Reichsleiters Martin Bormann, abzustecken.”

          Natürlich deckten die alliierten Sieger ihre deutschen Agenten auch nach dem Krieg so gut wie möglich: „Der keineswegs NS-freundliche Hilfsverteidiger Viktor Frhr. v. d. Lippe vermerkte in seinen Aufzeichnungen über das Militärtribunal von Nürnberg, daß Adolf Hitler bei den Verhandlungen fast keine Rolle gespielt hätte, so als wäre er im Kriegsgeschehen eine nebensächliche Gestalt gewesen. Ebenso wurde Martin Bormann nur am Rande behandelt und in Abwesenheit verurteilt. Die Fahndung nach diesem Manne bezeichnet ihn als Hauptkriegsverbrecher. Merkwürdigerweise war der Fahndung weder ein Bild des Gesuchten noch eine Personalbeschreibung beigefügt. Und dabei standen dem IMT eine Menge guter Bormann-Bilder zur Verfügung, die aus dem Nachlaß Eva Braun-Hitlers den Geheimdiensten der Alliierten übergeben worden waren (6/S.16,18,20,22,24,25,33,43,45,46,47,50,53).”

          Der Schlußsatz erinnert mich an einen anderen politischen Kopf, von dem über Jahrzehnte kein Bild in der Öffentlichkeit auftauchte: Markus Wolf, dem jüdischen Geheimdienstchef der früheren DDR. Die Kenntnis solcher Zusammenhänge zeigt jedenfalls, wohin das deutsche Volk seine Aufmerksamkeit zu richten hat, wenn es nicht seine eigene Vernichtung zubereiten will. Wie ich bereits in meiner ‘Geheimpolitik-1' schrieb, wird Deutschland nicht an seinen ausländischen Feinden zugrunde gehen, sondern an seinen deutschen Verrätern!

          Wichtig für eine historische Betrachtung mancher Persönlichkeiten sind auch die Umstände ihres Todes. Bei Morell gibt es auch in dieser Beziehung einige Merkwürdigkeiten. Bei Fikentscher heißt es dazu:

          „Überholt und ausgefragt, kam Morell schließlich frei und konnte unbestraft und unbelästigt leben, bis er 1948 in einem Krankenhaus bei Tegernsee nach einer Bruchoperation einer Embolie erlag.

          Morells Ableben wurde in der Presse nicht breitgetreten wie das Ende der in Nürnberg und Landsberg Gehenkten. Dafür wurden nach Jahren verschiedene, sich widersprechende Lügen über seinen Tod verbreitet und von Unwissenden weitergetragen. Einmal sollte Morell im Lager verstorben, ein andermal von den Amerikanern beseitigt worden und in Amerika verstorben sein, ja sich selbst entleibt haben, aber auch in Nürnberg verurteilt und gehenkt worden sein. Die letztere Lesart stand noch 1968 in einem westdeutschen Ärzteblatt, während Lew Besymenski in seiner Arbeit ‘Po sledam Martina Bormanna’, Moskau 1964, Morell durch Selbstmord enden läßt.

          Vom Militärtribunal in Nürnberg ist Morell weder behandelt noch verurteilt worden. ... (6/S.24).”

          Kommentar DR.: Da haben wir zunächst die verwirrende Tatsache, daß nach dem Tode von Morell widersprüchliche Geschichten über seinen Tod verbreitet wurden. Welchen historischen Sinn könnte das haben?

          Außerdem wirft der letzte Satz ein merkwürdiges Licht auf den Leibarzt von Hitler einerseits, und auf das sogenannte internationale Militärtribunal von Nürnberg andererseits. Solch eine Tatsache ist eigentlich mehr wert als all seine Aufzeichnungen. Es muß doch jedem politisch Interessierten höchst verdächtig vorkommen, daß der Mann, der Hitler an hervorragender Stelle neun Jahre lang betreute, in Nürnberg überhaupt nicht als Zeuge befragt wurde. Das ist einfach derart widersinnig, daß man zwangsläufig einen verräterischen Zusammenhang zwischen diesen beiden Parteien vermuten muß, ganz unabhängig von den Berichten Fikentschers und aller anderen Biographen.


 

Literaturhinweise:

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1.) H.Finkentscher: Prof.Dr.med. Theodor Morell 1936 - 1945 (Verlag Kurt Vowinckel, Neckar Gemünd (8,92 Rügge.)

2.) Werner Maser: Adolf Hitler / Legende - Mythos - Wirklichkeit (Verlag Wilhelm Heyne München, ISBN 3-453-55016-1)

3.) Philipp Vandenberg: Die heimlichen Herrscher / Die Mächtigen und ihre Ärzte (Verlag Bertelsmann Gütersloh, Buch Nr. 052118 / Clubausgabe)

4.) Hennecke Kardel: Adolf Hitler Begründer Israels (Verlag Marva Genf 1974)

5.) Dietrich Bronder: Bevor Hitler kam (Verlag Marva Genf 1975)

6.) Werner Maser: Adolf Hitler / Das Ende der Führerlegende (Verlag Moewig Rastatt 1985)

7.) Dipl. Pol. Udo Walendy: Historische Tatsachen Nr 55 / Diffamierte Medizin im III Reich (Verlag Volkstum und Zeitgeschichtsforschung D 4973 Vlotho 1992)

8.) Matthias Schmidt: Albert Speer / Das Ende eines Mythos (Verlag Scherz Bern, München, 1 Auflage 1982)

9.) Werner Maser: Adolf Hitler / Das Ende der Führerlegende, , Verlag Econ Düsseldorf, Wien 1980

10.) Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier 1941-1942, neu herausgegeben von Percy Ernst Schramm (Verlag Seewald / Dr.Heinrich Seewald, Stuttgart-Degerloch 1963)

11.) Ernst Günther Schenck:Patient Hitler / eine medizinische Biographie (Verlag Droste / Düsseldorf 1989)

12.) Wilfred von Oven: Finale Furioso / Mit Goebbels bis zum Ende (Verlag Grabert / Tübingen 1974)

13.) Alan Bullock:Hitler / Eine Studie über Tyrannei (Verlag Droste, Düsseldorf 1967)

14.) Albert Speer: Erinnerungen (Verlag Ullstein GmbH Frankfurt/M Berlin 1969)

15.) John Toland: Adolf Hitler (Verlag Gustav Lübbe, Bergisch Gladbach 1977)

16.) Der Spiegel vom 28 April 1969 Nr. 18, 23. Jahrgang, Seite 94 bis 97

17.) Er war mein Chef. Aus dem Nachlaß der Sekretärin von Adolf Hitler (Verlag Georg Müller / München Wien 1985)

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Weitere Literatur zur politischen Erleuchtung:

Robert Bruce Baird: Hitler vs. Frabato

Lenni Brenner: Zionismus und Faschismus (Berlin 2007)

Norman G. Finkelstein: „Die Holocaust-Industrie“ (München 2001)

Norman G. Finkelstein: On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History.

Dieter Rüggeberg

„Geheimpolitik-3"

Wege zur Wahrheit

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